August 2016

Skrønebenken

In der Zeitschrift »Selbermachen« vom Juni 2016 entdeckte ich eine einfache Holzbank mit angebautem Tischchen, das dort als »Lügenbank« bezeichnet wurde. Ich hätte das bestimmt überblättert, wäre der kleine Artikel nicht mit einem Foto illustriert gewesen, das ganz offensichtlich einen Opa mit seiner Enkeltochter zeigte.

Diese Bank war wie geschaffen für mich und meine kleine Enkeltochter Lily. Und da die Bank in normaler Größe hergestellt werden soll, kann sie von Lily auch später noch mit ihren Freundinnen oder Freunden genutzt werden.

Nur die Bezeichnung »Lügenbank« gefiel mir garnicht, denn lügen wollte ich mit Lily nicht, auch wenn die Bank so stabil ist, dass sich die Balken nicht durchbiegen können.

Gemeint waren halt so kleine Geschichtchen, wie sie die Seebären gerne zum Besten geben, also »Seemannsgarn«, oder die Angler mit ihrem »Anglerlatein«. Und da die Bank ja nach Norwegen zu Lily auswandern sollte, suchte ich einen geeigneten Namen auf Norwegisch: Anglerlatein heißt dort »Skrøne«. Und schon war die Bezeichnung »Skrønebenken« gefunden.

Und so sieht meine Bank nun aus:

 

Hier nun mein Baubericht:

Als geeignetes Holz für den Außenbereich wählte ich Douglasie aus. Ich besorgte mir im Baumarkt Bohlen mit dem Querschnitt 70 x 45 mm. Die Länge der Bank sollte lt. Vorlage zwei Meter betragen. Da ich die Bank aber nach Norwegen transportieren wollte, musste ich das Maß an die Innenlänge der Dachbox fürs Auto anpassen, also 1,80 m. Dies ist aber völlig ausreichend.

Die Breite der Bank ergab sich durch vier Bohlen á 70 mm Breite = 28 cm plus 3 x Zwischenraum á 1 cm. Insgesamt also 31 cm.

Die Sitzhöhe sollte ca. 45 cm betragen.

Die Füße wurden aus jeweils 2 kurzen Bohlen, die kreuzweise in der Mitte überblattet zusammengeleimt und verschraubt sind. Für die Überblattungen sägte ich mit Hilfe meiner Tischsäge (Mafell Erika 65) den entsprechenden Bereich aus: Passt!

Unter den Sitzbohlen sind zwei Querleisten aus dem selben Material angebracht, daran werden die Füße mit Schlossschrauben und Muttern mit Unterlegscheiben befestigt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nun fehlt noch das Tischchen

Sowohl die Tischplatte, als auch der Tischfuß werden aus jeweils zwei kurzen Bohlen zusammengeleimt, wobei die vordere Bohle des Tischfußes um 45 mm nach unten verlängert ist. Durch die zweite, kürzere Bohle wird auf ganzer Länge ein Loch gebohrt, durch das eine 10 mm Gewindestange geführt wird. Am oberen Ende der Gewindestange habe ich zwei Muttern gekontert, do dass sie sich nicht mehr frei drehen können. Das Loch wurde am oberen Ende so erweitert, dass die beiden Muttern komplett im Holz verschwinden.

Aber Vorsicht: Die Gewindestange darf sich mit den Muttern nicht frei drehen können, sonst bekommt man den Tisch später nicht festgeschraubt!

Nun können die beiden zusammengeleimten Bohlenstücke oben drauf stabil befestigt werden (Man muss damit rechnen, dass der Tisch als Turngerät benutzt wird).

Nachdem ich alle Einzelteile hergestellt hatte, habe ich alles geschliffen und das Holz endbehandelt.

Da die Bank ja im Freien stehen soll, muss das Holz entsprechend gegen Witterungseinflüsse geschützt werden.

Ich bin inzwischen dazu übergegangen, nur möglichst natürliche Holzschutzmittel zu verwenden, der etwas höhere Preis der Produkte ist es mir Wert.

Im vorliegenden Fall habe ich Leinöl von Allbäck verwendet.

Zweimal reines Leinöl und anschließend Leinöl gekocht.

Das reine Leinöl dringt tief in das Holz ein und härtet langsam aus. Das gekochte Leinöl härtet an der Oberfläche schneller aus, was als Schlussanstrich von Vorteil ist. Nach jedem Auftrag nimmt man das überschüssige Material mit einem nicht fusselnden Lappen ab, so dass die Holzoberfläche »handtrocken« ist.

Vorsicht: Die Lappen anschließend nicht zusammengeknüllt wegwerfen! Es kann dadurch zur Selbstentzündung kommen. Hierdurch ist schon manche Werkstatt abgebrannt. Also entweder un einem Blecheimer luftdicht aufbewahren, oder die Lappen ausgebreitet an der frischen Luft austrocknen lassen und dann entsorgen.

Das auf diese Weise behandelte Holz bekommt einen wunderschönen, natürlichen Farbton, der je nach Holzart die Maserung schön zur Geltung bringt. Man spricht da von »Anfeuern des Holzes«

Alle paar Jahre ein frischer Anstrich auf die gleiche Art und man hat sehr lange Freude  an seinem Werk, so wie ich hier mit Lily

Alle Metallteile sind bei meiner »Skrønebenk« aus Edelstahl. Sie wird ewig halten.

Über Kommentare würde ich mich sehr freuen. Gerne beantworte ich auch Fragen zum Projekt.

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05.09.2021

Hier wird unsere Ferienhütte in Norwegen entstehen. Die Geschichte dazu gibt es dann auf der separaten Seite unter »die Leischner«