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Frühjahr 2015

Gastbett für Lily

Für Lilys Aufenthalte in Mannheim und Umgebung benötigt sie natürlich ein Bett, denn zukünftig soll sie nicht mehr auf einer am Fußboden liegenden Matratze schlafen müssen und das Reisebettchen ist natürlich viel zu klein.

Die erste Idee, angeregt durch Birtes Blitzbau eines großen Bettes für Sie und Kristian, war ein kompletter Neubau. Da das Bett aber demontier- und somit auch leicht stapelbar werden soll, ergab sich für mich die Problematik der stabilen aber doch wieder lösbaren Verbindungen der einzelnen Teile. Sicher gibt es dafür Bauteile, da muss ich dann mal im Internet danach forschen.

Bei der Fährüberfahrt von Göteborg nach Kiel Anfang Januar 2015 ging mir dies nicht mehr aus dem Kopf und bereitete mir eine fast schlaflose Nacht - oder war es der Mond - oder beides? Egal, auf jeden Fall fiel mir ein, dass wir letztes Jahr bei Karins Mutter das alte Ehebett gegen ein für sie viel praktischeres Bett getauscht haben. Ca 60 Jahre hat die inzwischen über 90jährige die Nächte darin verbracht, ohne dass es selbst "Ermüdungserscheinungen" zeigte. Da es wohl (oder hoffentlich) noch nicht entsorgt war, dachte ich mir, man könnte das doch entsprechend umbauen, sodass es nach dieser Verjüngungskur der Urenkelin noch einige Jahre zur Verfügung stehen kann.

Theoretisch habe ich in dieser Nacht das Projekt durchgespielt und entsprechende Baupläne in meinem Kopf abgespeichert. Nach der Heimkehr soll es dann umgehend an die Umsetzung gehen. Zuerst muss aber noch geklärt werden, ob ich mir keine unnötigen Gedanken gemacht habe und die Betteile auch tatsächlich noch vorhanden sind.

 

 

 

Meine schlaflose Nacht war nicht umsonst: Das alte Bettgestell war noch nicht entsorgt worden, und somit konnten wir es in Bockenheim noch einmal zur Probe aufbauen. Mann ist das riesig!

Aber für Lily sollte es ja viel kleiner werden, vor allem muss es natürlich auch im Bedarfsfall in unserer Wohnung aufgestellt werden und bei Nichtgebrauch möglichst klein zusammengepackt werden können.

Deshalb mussten wir uns zunächst über die Größe des Bettes klar werden:

Lily soll es möglichst lange nutzen können, es muss in unserem Schlafzimmer Platz finden und eine handelsübliche Matratze sollte auch reinpassen.

Letzteres lösten wir mit einer »mitwachsenden« Matratze eines großen schwedischen Möbelhauses. Diese Matratze kann in drei Längen genutzt werden: 1,20 m - 1,60 m - 2,00 m und ist 0,80 m breit.

Ich plante das Bett somit für die Matratzengröße 1,60 x 0,80 m. Das wird ein paar Jahre reichen und dann kann man recht leicht neue (längere) Seitenteile fertigen.

Kopf und Fußteil habe ich aus dem ehemaligen Fußteil des Doppelbetts ausgesägt, natürlich in unterschiedlicher Höhe.

Die vier Teile sind hier fertig gesägt, die Schnittkanten aber noch roh. Auch die Füße fehlen noch.

Zur Probe habe ich es mal auf meinem neuen Werktisch zusammengestellt und mit einem Gurt fixiert.

Das sieht doch schon recht gut aus.

Aber nun muss es natürlich noch richtig zusammengebaut werden.

Im Internet fand ich passende Beschläge, wie sie zumindest früher bei Betten verwendet wurden.

Und dann kam eine Premiere: In meinem Fundus an Holzbearbeitungsmaschinen befindet sich auch eine Oberfräse. Bisher war sie von mir noch nie benutzt worden, überhaupt hatte ich noch nie mit einer solchen Maschine gearbeitet. Aber: Frisch gewagt, ist halb gewonnen. Und ich habe ganz gewonnen! Die Beschläge passen prima in die ausgefrästen Aussparungen.

 

Jetzt müssen nur noch die Schnittkanten von Kopf- und Fußteil mit entsprechenden Leisten abgedeckt  und die Ecken schön gerundet werden. Und natürlich müssen auch noch Füße unter das Bett, damit wir uns beim »Gute Nacht sagen« nicht allzu tief bücken müssen.

Dann kann das Bettchen zum ersten Mal richtig zusammen gebaut werden.

Es passt alles prima und nun kann es an den Bettrost gehen.

Von Karins Mutter haben wir einen Lattenrost übernommen, der zwar auch schon sehr alt ist, aber in einem wunderbaren Zustand. In diesem Zustand konnte er natürlich nicht bleiben, denn er hatte die Maße 2,00 x 1,00 m.

Ursprünglich hatte er auch ein verstellbares Kopfteil, das wollten wir aber nicht übernehmen. Also habe ich den ganzen Rost in seine Einzelteile zerlegt, teilweise mit Hilfe der Handsäge.

Die ehemaligen Längszargen wurden entsprechend gekürzt und an die Längsteile des Bettes als Auflager geleimt und geschraubt. Die seitlichen Aufnahmen der einzelnen Latten auf die notwendige Länge gebracht und auch die Latten auf Maß gekürzt. Nun können die Latten in die seitlichen Aufnahmen gesteckt werden und der neue Lattenrost ist fertig. Und umgekehrt kann alles wieder leicht auseinander gebaut werden und nimmt somit zum Lagern wenig Platz ein.

 

Nun kam die Kosmetik dran.

Das Bett war in dunklem Nussbaum und heller Birke gearbeitet. Dies wollte ich beibehalten bzw. entsprechend nacharbeiten.

Die Flächen mit heller Birke sollte lediglich noch mit Klarlack überzogen werden. Alle dunklen Holzteile, sowie die angebrachten Holzleisten und Fußverstärkungen habe ich erst zweimal mut dunkler Lacklasur gestrichen und dann ebenfalls mit Klarlack überzogen.

Auch hier kamen, wie schon bei Lilys Uhr, Produkte der Firma AURO zum Einsatz. Diese Farben sind auf pflanzlicher Basis hergestellt und somit praktisch schadstofffrei. Ich werde auch zukünftig für solche Arbeiten auf Produkte dieses Herstellers zurückgreifen, auch wenn sie nicht gerade billig sind, aber für mich ihren Preis wert..

Vom Ergebnis bin ich sehr angetan.

Und Lily konnte es gar nicht erwarten, ihr neues Bett bei Oma und Opa zu sehen. Sie war sehr begeistert und hat prima drin geschlafen.

Jetzt wird es wieder abgebaut, bis sie das nächste Mal bei uns zu Besuch ist. Wir freuen uns schon jetzt darauf!

 

Und jetzt ist es verpackt und verstaut und wartet auf ihren nächsten Besuch bei uns.

 

Mein Plan ging auf: in diesen beiden Päckchen ist das Bett und der Rost untergebracht und nimmt somit relativ wenig Lagerplatz ein!

Über Kommentare würde ich mich sehr freuen. Gerne beantworte ich auch Fragen zum Projekt.

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05.09.2021

Hier wird unsere Ferienhütte in Norwegen entstehen. Die Geschichte dazu gibt es dann auf der separaten Seite unter »die Leischner«